In meinem letzten Blogartikel habe ich über meine Beziehung zu Privatkunden geschrieben. Neben beglaubigten Übersetzungen für Privatkunden übersetze und dolmetsche ich auch häufig für Gerichte, Staatsanwaltschaften, Notare und die Polizei. Die Palette der Übersetzungen reicht von Gerichtsurteilen, Beschlüssen, Strafbefehlen, Haftbefehlen, Vernehmungsprotokollen, Klageschriften, Anklageschriften, verschiedenen Dokumenten im Rahmen der Rechtshilfe und vieles mehr. Beim Dolmetschen sind es vor allem Einsätze bei Gerichtsverhandlungen in Straf- und Familiensachen, Zeugen- und Beschuldigtenvernehmungen, in der JVA und bei Durchsuchungen. Daneben gibt es noch die Telekommunikationsüberwachung, bei der ich entweder Wort- oder Inhaltsprotokolle von abgehörten tschechisch- oder polnischsprachigen Telefongesprächen auf Deutsch anfertige.
Über den Inhalt der übersetzten Texte, der Vernehmungen, Verhandlungen und Gespräche muss ich als ermächtigte Übersetzerin und allgemein beeidigte Dolmetscherin Stillschweigen bewahren. So viel sei dennoch verraten: Es handelt sich meistens um Strafsachen und die Straftaten umfassen Diebstähle, Medikamentenschmuggel und Drogenhandel, Zuhälterei, Menschenhandel, Urkundenfälschung, Fahrerflucht u. ä.
Auf der internen Kommunikationsplattform des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer meinBDÜ diskutieren gerade Übersetzer darüber, ob es sich lohnt, für Privatkunden zu arbeiten. Viele Sprachmittler lehnen Übersetzungsaufträge für Privatkunden ab. Ich nicht! Ich arbeite gerne für meine Privatkunden und mache grundsätzlich keinen Unterschied zwischen meinen Auftraggebern.
Ich mag meine Arbeit sehr und dolmetsche äußerst gerne. Es gibt jedoch Situationen und Orte, an denen ich für kein Geld der Welt dolmetschen wollen würde. Dazu gehört eindeutig das Dolmetschen in Kriegsgebieten. In den Ländern, in denen meine Arbeitssprachen Tschechisch, Polnisch und Slowakisch gesprochen werden, wird zum Glück kein Krieg geführt. Umso mehr bewundere ich die Kollegen, die unter Einsatz ihres Lebens für die Verständigung in gefährlichen Regionen sorgen. In Afghanistan zum Beispiel.
Fast jeder Berufsstand hat einen oder mehrere Berufsverbände, die seine Belange vertreten und fördern. Nicht anders ist es auch bei Dolmetschern und Übersetzern. Hier gibt es gleich mehrere Berufsverbände. Die mitgliederstärkste Interessenvertretung, die 75 Prozent aller organisierten Dolmetscher und Übersetzer in Deutschland repräsentiert, ist der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ). Er ist mit über 7.000 Mitgliedern sogar der größte Berufsverband der Sprachmittlerbranche in Europa. Seit 1955 vertritt er die Interessen der Dolmetscher und Übersetzer gegenüber Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Justiz und Gesellschaft. Der BDÜ-Bundesverband mit Sitz in Berlin fungiert als Dachverband für 13 Mitgliedsverbände, die auf Landesebene oder berufsgruppenorientiert arbeiten, wie zum Beispiel der „Verband der Konferenzdolmetscher e.V. (VKD) im BDÜ“. Der BDÜ selbst ist Mitglied der Féderation Internationale des Traducteurs (FIT), der größten internationalen Dachorganisation für Übersetzerverbände.
Es ist wieder so weit, Weihnachten steht vor der Tür. Weihnachtsbaum, Weihnachtsfeiertage, Weihnachtslieder, Weihnachtsschmuck, Weihnachtsgebäck, Weihnachtskarten, Weihnachtsmann oder Christkind, Heiligabend und Bescherung – das sind einige vertraute deutsche Worte, die wir mit dem Weihnachtsfest verbinden. Doch wie sieht es in anderen Ländern aus? Wie feiern Tschechen und Polen Weihnachten? Einige traditionelle tschechische und polnische Weihnachtsbräuche möchte ich Ihnen gerne vorstellen.
Vom 28. bis 30. September 2012 fand in Berlin die 2. Internationale Fachkonferenz „Übersetzen in die Zukunft“ statt. Sie knüpfte an die Erfolge der 1. Fachkonferenz im Jahr 2009 an. Das diesjährige Motto der Konferenz lautete: Dolmetscher und Übersetzer: Experten für internationale Fachkommunikation. Das größte Branchenereignis dieser Art wird vom Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) veranstaltet. Auch dieses Jahr haben sich sehr viele interessierte Übersetzer, Dolmetscher, Terminologen, Betreiber von Übersetzungsagenturen, Projektmanager, Sprachinstitutionen, Hersteller von Wörterbuchen, Translation Memory Systemen und ähnlichen Softwareprogrammen, Studierende einschlägiger Fachrichtungen sowie andere Sprachkundige auf den Weg nach Berlin gemacht. Insgesamt nahmen ca. 1.350 Personen aus 31 Ländern teil.